Kaffeeröstereien aus Berlin

Berlin ist ein Hotspot für Kaffeekultur und bietet dir eine außergewöhnliche Vielfalt an handwerklich gerösteten Bohnen. Auf 9er-Kaffee lernst du ausgewählte Berliner Röstereien kennen und findest eine große Auswahl an Specialty Coffee – vom charaktervollen Espresso bis zu aromatischen Filterröstungen.

Die Berliner Kaffeeszene im Überblick


Von klassisch-kräftigen Trommelröstungen im beschaulichen Zehlendorf bis hin zu progressiven, fruchtigen Spezialitäten im pulsierenden Wedding entdeckst du hier die gesamte handwerkliche Vielfalt der Hauptstadt an einem Ort.

Sieben Röstereien, Sieben komplett unterschiedliche Antworten auf denselben Espresso

In der Ladenstraße 50 in Zehlendorf röstet Toms Kaffeerösterei seinen Espresso-Blend Berliner Schnauze im selben Tempo, in dem die Mykona Kaffeerösterei in Kreuzberg auf eine Software-gestützte Trommelröstung setzt – zwei völlig unterschiedliche Wege zu demselben Ziel, einem charaktervollen Berliner Espresso. Wer Kaffeeröstereien aus Berlin sucht, muss nicht mehr quer durch die Bezirke fahren, um diese Bandbreite zu entdecken: Ob würzig-nussig wie der Berlin Blend der Zazza Kaffeerösterei oder mild-schokoladig wie der Espresso Alexanderplatz von Capital Coffee Roasters aus dem Prenzlauer Berg – die Röstungen mehrerer unabhängiger Berliner Betriebe findet ihr hier auf 9er-Kaffee.

Drei Berliner Blends, drei Antworten auf den Vollautomaten

Weil die Kawa Roastery für ihren Power Choc 80 Prozent brasilianischen Arabica mit 20 Prozent kräftigem indischen Robusta kombiniert, bleibt die Crema auch im Vollautomaten dicht und die Kakaonoten kommen klar durch, ohne dass die Maschine durch übermäßig ölige Bohnen leidet. Tom verfolgt in Zehlendorf mit der Berliner Schnauze einen herberen Ansatz: Kolumbianischer und honduranischer Arabica trifft auch hier auf 20 Prozent indischen Robusta, was Mandel- und dunkle Schokoladennoten mit einem spritzigen Abgang verbindet – ein Blend, der eher zum charmant-herben als zum sanften Vollautomatenkaffee passt. Deutlich zurückhaltender bleibt Zazza mit dem Blend Berlin: Die Kombination aus brasilianischen, indischen und nicaraguanischen Bohnen sorgt für minimale Säure und eine besonders runde Tasse, die sich vor allem im Cappuccino oder Latte Macchiato zeigt statt pur zu überzeugen. Wer Kaffeebohnen für Vollautomaten sucht, findet in diesen drei Berliner Interpretationen also nicht nur unterschiedliche Röstereien, sondern auch drei unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: kräftig-schokoladig, herb-charaktervoll oder mild-rund.

Der rote Faden aus Indien: fünf Röstereien, eine Herkunft, fünf Ergebnisse

Auffällig oft taucht in der Berliner Röstszene dieselbe Herkunft auf, aber nie auf dieselbe Weise: Bei Kawa, bei Toms, bei Zazza und bei Capital Coffee Roasters liefert indischer Robusta jeweils das kräftige Rückgrat für Espresso-Blends, während die Mykona Rösterei mit dem Espresso Malabar den entgegengesetzten Weg geht und auf 100 Prozent indischen Arabica setzt. Durch das traditionelle Monsooning-Verfahren werden die Bohnen dort dem feuchten Monsunwind ausgesetzt, verlieren dabei einen Großteil ihrer Säure und verändern sogar ihre Farbe – lange bevor sie überhaupt den Trommelröster in Kreuzberg erreichen. Das Ergebnis ist ein besonders weiches, säurearmes Profil mit Kakao-, Nuss- und leicht kräuterigen Noten, das sich deutlich von den Robusta-gestützten Blends der anderen Röstereien abhebt, obwohl die Bohne aus derselben Region stammt. Genau daran zeigt sich, was Kaffeeröstereien aus Berlin eigentlich bedeutet: Die Bohnen reisen aus Südindien an, doch das Handwerk – ob als kräftiger Blend-Bestandteil oder als eigenständiger Single Origin – findet erst hier in den Berliner Kiezen statt. Der Anbauort bleibt gleich, das Röst-Ergebnis hängt von der Rösterei ab, nicht vom Ursprungsland allein.

Direkter Handel und vulkanische Böden: Transparenz auf drei Berliner Wegen

Tom bezieht seine Rohkaffees für die Berliner Schnauze überwiegend als Direct Trade, während Stefan Bracht von Mykona seit 2007 selbst durch die Anbauregionen reist, um ohne Zwischenhändler direkt mit den Farmern zu verhandeln – zwei unterschiedliche Wege, denselben Anspruch an Nachvollziehbarkeit umzusetzen. Café de Enrico aus Schöneberg geht bei seinem Guatemala Bio einen dritten Weg über die Zertifizierung: Die Kaffeekirschen der Finca Bourbon in Chimaltenango reifen auf 1.300 bis 2.000 Metern auf fruchtbaren Vulkanböden und werden gewaschen aufbereitet, was dem Bio-Arabica seine Klarheit und die Noten von Karamell, reifer Banane, Zitrone und dunkler Schokolade verleiht. Auch hier gilt: Der Vulkanboden liegt in Guatemala, doch behutsam herausgearbeitet wird dieses Profil erst beim Rösten in Schöneberg. Wer gezielt Bio-Espressobohnen für den Siebträger sucht und gleichzeitig Wert auf Rückverfolgbarkeit legt, findet in diesen drei Berliner Ansätzen unterschiedliche, aber gleichermaßen belastbare Antworten.

Milchschaum oder pur? Drei Berliner Blends für unterschiedliche Trinkmomente

Für alle, die ihren Kaffee bevorzugt mit aufgeschäumter Milch trinken, ist die Berlin Röstung der Zazza Kaffeerösterei gemacht: Die minimale Säure und die nussig-würzigen Noten mit Kakao und Karamell setzen sich im Cappuccino oder Latte Macchiato durch, ohne von der Milch überdeckt zu werden. Ähnlich milchfreundlich, aber deutlich dezenter zeigt sich der Espresso Alexanderplatz von Capital Coffee Roasters aus dem Prenzlauer Berg: Der mittlere Röstgrad und die zurückhaltende Säure lassen Noten von weißer Schokolade und Zimt entstehen, die sich sowohl pur als auch in feinen Milchgetränken behaupten. Wer dagegen lieber puren Espresso trinkt und mehr Kraft sucht, greift eher zur Berliner Schnauze aus Zehlendorf, deren spritziger Abgang und die Mandel-Schokolade-Kombination gerade ohne Milch am deutlichsten hervortreten. So unterscheiden sich die Berliner Röstungen nicht nur nach Herkunft oder Zubereitungsart, sondern auch danach, für welchen Moment am Tag sie gedacht sind.

Entkoffeiniert ohne Kompromiss: ein Prenzlauer-Berg-Spezialist zeigt, wie es geht

Coffee Star in der Wörther Straße im Prenzlauer Berg hat sich mit dem Espresso Entcoffeiniert auf eine Nische spezialisiert, die viele Röstereien meiden: einen vollständig entkoffeinierten Espresso, der trotzdem nach echtem kolumbianischem Arabica schmeckt. Möglich macht das ein natürliches CO2-Verfahren, das dem Rohkaffee gezielt das Koffein entzieht, ohne die empfindliche Zellstruktur und die floralen, zitrischen Aromen der Bohne zu zerstören. Anders als viele entkoffeinierte Kaffees, die nach der Verarbeitung flach und ausgewaschen schmecken, bleibt hier durch die schonende Methode ein ausgewogener Körper mit spürbarer Aromatik erhalten. Für alle, die abends noch eine Tasse trinken möchten, ohne wach zu bleiben, oder die grundsätzlich auf Koffein verzichten, zeigt dieser Prenzlauer-Berg-Spezialist, dass Entkoffeinierung und Geschmack sich in Berlin nicht ausschließen müssen.

Von Zehlendorf bis Wedding weiterschmecken

Die sieben vorgestellten Röstereien – Zazza, Kawa, Toms, Mykona, Café de Enrico, Coffee Star und Capital Coffee Roasters – zeigen nur einen Ausschnitt der Berliner Röstszene, doch schon dieser macht deutlich, wie unterschiedlich Espresso in dieser Stadt interpretiert wird. Auf 9er-Kaffee lassen sich diese Röstungen direkt nebeneinander vergleichen, sortiert nach Zubereitung, Geschmack und Herkunft statt nach Kiez oder Postleitzahl. Wer gezielt nach Zubereitungsart sucht, findet über Kaffee für Vollautomaten weiterführende Röstungen aus ganz Deutschland; wer sich für den kräftigen Robusta-Anteil vieler Berliner Blends interessiert, wird bei Robusta Kaffee fündig. Für alle, die wie Tom und Mykona auf nachvollziehbare Herkunft setzen, führt Direkt gehandelter Kaffee direkt weiter. Wer die Berliner Röstszene mit der eines Nachbarbundeslands vergleichen möchte, wird bei Kaffeeröstereien aus Brandenburg fündig.