Eine Frauenkooperative, zwei Röstprofile: ASMUCAFE zwischen Filter und Espresso
Wie unterschiedlich sich Herkunft erzählen lässt, zeigt sich besonders deutlich am ASMUCAFE aus der kolumbianischen Region Cauca, den die Waldstadtrösterei gleich in zwei Röstprofilen anbietet: als Filterkaffee mit Röstgrad 3 von 5 und Intensität 2 von 5, und als Espresso mit demselben Röstgrad, aber einer Intensität von 3 von 5. Beide stammen von derselben Kaffeepartie der Asociación de Mujeres Agropecuarias de Uribe, einer Gemeinschaft von Bäuerinnen und Landeigentümerinnen aus El Tambo, die für ihre Ernte einen Premiumpreis erhält, der direkt in Projekte zur Ermächtigung der Frauen fließt. Während der Filterkaffee die feinen Noten von Orange und Rapadura im Handfilter oder Pour Over klar heraustreten lässt und in der Aeropress noch konzentrierter wirkt, gewinnt derselbe Kaffee als Espresso an schokoladiger Tiefe und eignet sich dadurch auch für Cappuccino und Latte Macchiato, ohne die feine Süße zu verlieren. Diese Werte – Verantwortung, Aufrichtigkeit, Solidarität – bestimmen nach eigener Aussage der Kooperative ihre gesamte Arbeit, und der Premiumpreis wird gezielt zusätzlich zum regulären Ankaufspreis gezahlt. Der Kaffeeanbau bleibt für viele dieser kleinbäuerlichen Familienbetriebe die wichtigste wirtschaftliche Grundlage. Wer solche nachvollziehbaren Handelsketten sucht, findet auf 9er-Kaffee unter Direkt gehandelter Kaffee weitere spannende Kaffees.
Brasilien zweimal: Single Origin oder Blend-Partner
Wie stark der Röststandort über die Rolle einer Herkunft entscheidet, zeigt sich am deutlichsten an Brasilien, das in Brandenburg bei beiden Röstereien auftaucht, aber nie in derselben Funktion. Bei der Waldstadtrösterei steht Brasilien im Santos für sich allein: Ein Single Origin aus Minas Gerais, auf Höhenlagen bis 1.350 Metern gewachsen, natural aufbereitet und mit klassischen Noten von Schokolade, Karamell und Haselnuss, dessen viel Süße und wenig Säure gerade als Filterkaffee zur Geltung kommen. Bei Pelikan dagegen ist derselbe Ursprung nur die eine Hälfte einer Geschichte: Im Bio Espresso Lucky Harmonie trifft brasilianischer Arabica auf ugandischen Robusta im Verhältnis 70 zu 30, entstanden aus einer Brasilienreise des Röstmeisters Tobias, und ergibt einen kräftigen, nussig-kakaoigen Espresso mit Röstgrad 4 von 5 und Intensität 4 von 5, der sich als Cafe Crema im Vollautomaten ebenso bewährt wie im Siebträger oder Herdkännchen. Die Bohne bleibt in beiden Fällen brasilianisch – ob daraus aber ein ruhiger Single Origin oder das kräftige Rückgrat eines Blends wird, entscheidet sich erst am Röststandort in Eberswalde oder Luckenwalde, nicht in Minas Gerais.
Entkoffeiniert über drei Orte: Honduras, Bremen, Luckenwalde
Auch beim Verzicht auf Koffein bleibt Brandenburg konkret. Der Bio Decaf Honduras Libre von Pelikan durchläuft gleich drei ganz unterschiedliche Stationen, bevor er in der Tasse landet: Der Rohkaffee wächst im honduranischen Hochland als hundertprozentiger Arabica, wird anschließend im Swiss-Water-Verfahren in Bremen entkoffeiniert – also ganz ohne klassische Lösungsmittel und mit spürbar weniger Wasserverbrauch als bei älteren Verfahren – und erst danach in Luckenwalde von Hand in der Trommel geröstet. Für Filterkaffee, French Press, AeroPress oder Siebträger gedacht, bleibt der Charakter der Bohne durch dieses schonende Verfahren spürbar erhalten, statt in einer flachen, ausgewaschenen Tasse zu enden, wie es bei älteren Decaf-Methoden oft der Fall ist. Wer auf Koffein verzichten, aber nicht auf Charakter, findet unter der Kategorie Entkoffinierter Kaffee weitere Röstungen von handwerklichen Röstereien.
Kaffee als Geschenk: das Länderentdecker-Set
Für alle, die selbst noch unsicher sind, welche Herkunft ihnen am besten schmeckt, hält Pelikan mit dem Länderentdecker ein Probierset aus drei Bio-Arabicas zu je 100 Gramm bereit, verpackt im Karton als kleine geschmackliche Weltreise: Uganda vom Mount Elgon, äthiopischer Sidamo und indischer Monsooned Malabar, alle drei über GEPA importiert und je nach Herkunft washed oder sortentypisch aufbereitet. Gerade als Filterkaffee oder in der AeroPress lassen sich die Unterschiede zwischen den drei Ursprüngen besonders klar herausschmecken – von fruchtig-floral aus Äthiopien bis würzig-vollmundig aus Indien –, während dieselben Bohnen in der French Press runder und voller wirken. Wer ein Kaffee Geschenk sucht oder sich einfach mal durchprobieren möchte, wird bei Kaffee-Geschenke und Kaffee-Probiersets fündig.
Zwischen Handfilter und Siebträger: der Marktplatz-Vergleich
Wer am Sonntagmorgen zwischen Handfilter und Siebträger schwankt und nicht direkt weiß, wonach ihm der Sinn steht, kann in Brandenburg direkt beide Wege gegeneinander verkosten – etwa den hellen Santos aus Eberswalde als Kaffee für die V60 gegen den kräftigen Lucky Harmonie aus Luckenwalde im Siebträger. Ob der Weg über GEPA und ein Bio-Zertifikat führt oder über den direkten Import: Am Ende zählt für Bio Espresso Bohnen wie für den direkt gehandelten Rohstoff dieselbe Frage nach nachvollziehbarer Herkunft, nur mit unterschiedlichen Belegen dafür. Wer diese Herangehensweisen mit einer benachbarten Region vergleichen möchte, kann ja Mal bei den Kaffeeröstereien aus Berlin vorbeischauen
9er Kaffee